Nierenwerte

Die Nieren sind dafür verantwortlich, Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper auszuscheiden. Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, können sich diese Stoffe im Körper anreichern und Beschwerden verursachen. 

Im Rahmen einer Krebserkrankung oder Krebstherapie kann es zu Veränderungen der Nierenwerte im Blut kommen. Diese Werte geben Hinweise darauf, wie gut die Nieren funktionieren und ob möglicherweise eine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt.

Zu den häufig gemessenen Werten gehören insbesondere:

  • Kreatinin: Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, das normalerweise über die Nieren ausgeschieden wird. Steigt der Kreatininwert im Blut an, kann dies auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweisen.
  • GFR (glomeruläre Filtrationsrate): Die GFR beschreibt, wie gut die Nieren das Blut filtern. Sie wird aus verschiedenen Faktoren berechnet, unter anderem aus dem Kreatininwert. Eine erniedrigte GFR kann auf eine verminderte Leistungsfähigkeit der Nieren hinweisen.
  • Elektrolyte (z. B. Kalium oder Natrium): Die Nieren helfen dabei, den Salz- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu regulieren. Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, können sich Elektrolytwerte verändern. Dies kann unter anderem zu Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen oder anderen Beschwerden führen.

Veränderungen dieser Werte können viele Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise Flüssigkeitsmangel (z. B. durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder einen erhöhten Flüssigkeitsverlust, etwa bei Durchfall), Infektionen oder Nebenwirkungen von Medikamenten und Krebstherapien. Auch andere Erkrankungen oder bestimmte Begleitmedikamente können die Nierenfunktion beeinflussen.

Veränderte Nierenwerte bedeuten nicht automatisch, dass eine schwere Nierenschädigung vorliegt. Entscheidend ist immer die gemeinsame Beurteilung aller Blutwerte, Ihres Befindens sowie des zeitlichen Verlaufs. Viele Veränderungen sind vorübergehend und bilden sich nach Anpassung oder Abschluss der Therapie wieder zurück.

Wichtig ist außerdem, ob Beschwerden auftreten oder sich die Werte rasch verändern. Deshalb werden die Werte regelmäßig kontrolliert und im Zusammenhang mit Ihrer gesamten Behandlung bewertet. 

Worauf sollten Sie achten?

  1. Mögliche Warnzeichen erkennen:
    Achten Sie auf mögliche Beschwerden oder Veränderungen wie:
    - Stark verminderte oder fehlende Urinproduktion
    - Ungewohnt dunkler oder anhaltend stark schäumender Urin
    - Schwellungen, insbesondere an Beinen oder Füßen, ggf. in Kombination mit Kurzatmigkeit
    - Übelkeit oder Erbrechen
    - Müdigkeit oder allgemeine Schwäche
  2. Ausreichend trinken:
    Flüssigkeitsmangel kann die Nieren zusätzlich belasten. Trinken Sie – sofern nicht anders mit Ihnen besprochen – ausreichend Wasser, in der Regel mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Bei hohen Außentemperaturen oder Beschwerden wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen ist der Flüssigkeitsbedarf erhöht. Achten Sie dann darauf, mehr zu trinken. 
    Sollten bei Ihnen eine Herzschwäche oder eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen, können größere Trinkmengen zu Wassereinlagerungen oder Schwellungen führen. Informieren Sie uns in diesem Fall bitte über entsprechende Beschwerden. Gemeinsam können wir dann besprechen, welche Trinkmenge für Sie sinnvoll ist und ob möglicherweise harntreibende Medikamente (Diuretika) notwendig sind.
  3. Regelmäßige Kontrollen: 
    Nehmen Sie die vereinbarten Blutkontrollen unbedingt wahr. Eine verminderte Nierenfunktion verursacht anfangs häufig keine Beschwerden und kann so frühzeitig erkannt werden.
  4. Medikamente: 
    Einige Medikamente, zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac, können die Nierenfunktion beeinträchtigen. Nehmen Sie Medikamente nur wie besprochen ein und informieren Sie uns über alle zusätzlich eingenommenen Medikamente oder pflanzlichen Präparate, auch wenn diese frei verkäuflich sind. 

Unsere Bitte an Sie

Wenn Sie eine deutlich verminderte Urinmenge, Schwellungen, Kurzatmigkeit oder andere neu aufgetretene Beschwerden bemerken, nehmen Sie bitte zeitnah Kontakt mit uns auf.

Falls Sie die Luscii-App nutzen, tragen Sie entsprechende Symptome zusätzlich dort ein. So können wir frühzeitig reagieren und einer Verschlechterung Ihres Zustands möglichst vorbeugen. 

Bei Fragen oder Anliegen sind wir jederzeit für Sie da. Nutzen Sie dafür gerne unser Kontaktformular oder rufen Sie uns bei akuten Problemen direkt an.

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