Neutropenie

Bei einer Neutropenie ist die Zahl der neutrophilen Granulozyten – einer Unterform der weißen Blutkörperchen – stark vermindert. Diese Zellen sind entscheidend für die Bekämpfung von Infektionen, insbesondere im frühen Stadium der Infektabwehr. Das Infektionsrisiko steigt, je niedriger die Zahl der neutrophilen Granulozyten ist.

Kommt zu einer Neutropenie Fieber hinzu, spricht man von einer febrilen Neutropenie. Diese kann auf eine schwerwiegende Infektion hinweisen und muss umgehend ärztlich abgeklärt und behandelt werden. 

Der Wert der neutrophilen Granulozyten ist häufig auch entscheidend dafür, ob die nächste Therapie wie geplant stattfinden kann. Daher sind vorherige Blutbildkontrollen wichtig. Sollte die Zellzahl nicht ausreichend sein, ist es in der Regel notwendig, die nächste Therapiegabe zu verzögern, bis sich die neutrophilen Granulozyten ausreichend erholt haben. Das ist nichts Ungewöhnliches und kommt regelmäßig vor. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, die Bildung der neutrophilen Granulozyten durch Medikamente zu unterstützen.

Was sind auffällige Werte?

Therapieentscheidungen werden immer auf Basis der Werte in Kombination mit Ihrem Befinden bzw. etwaiger Symptome getroffen. Sollte bei Ihnen also eine schwere Neutropenie vorliegen, Sie sich aber gut fühlen und keine Beschwerden haben, besteht in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. 

Entscheidend ist, dass Sie aufmerksam auf mögliche Infektionszeichen achten und sich bei Beschwerden umgehend melden. In bestimmten Situationen kann auch die vorbeugende Einnahme eines Antibiotikums sinnvoll sein. 

Worauf sollten Sie achten?

  1. Fieber messen:
    Fieber kann ein erstes Anzeichen einer Infektion sein, die bei Neutropenie schnell gefährlich werden kann. Messen Sie mindestens einmal täglich Ihre Körpertemperatur und notieren Sie den Wert. Wenn Sie die Luscii-App nutzen, tragen Sie ihn bitte dort ein. Bei einer Körpertemperatur von 38,0 °C oder höher sollten Sie unmittelbar telefonisch Kontakt mit dem onkologischen Behandlungsteam aufnehmen, da dann rasch abgeklärt werden muss, ob eine sofortige Behandlung mit einem Antibiotikum erforderlich ist. Auch wenn Sie sich (noch) nicht besonders krank fühlen, ist eine frühzeitige Reaktion sehr wichtig, damit sich Ihr Zustand nicht verschlechtert. Gegebenenfalls ist für einige Tage ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nötig, um Antibiotika über die Vene zu verabreichen.
  2. Infektionszeichen:
    Achten Sie auf Anzeichen einer Infektion wie Schüttelfrost, Husten, Halsschmerzen, Brennen beim Wasserlassen oder Rötungen und Schwellungen an Wunden – auch wenn kein Fieber besteht. Auch leichte Infektionen können bei Neutropenie schnell schwerwiegend werden. Dokumentieren Sie Ihre Symptome und informieren Sie umgehend Ihr Behandlungsteam. Falls Sie die Luscii-App verwenden, tragen Sie die Symptome auch dort ein.
  3. Regelmäßige Blutbildkontrollen:
    Das Infektionsrisiko ist stark vom Ausmaß der Neutropenie abhängig. Nehmen Sie daher unbedingt die mit Ihrem onkologischen Behandlungsteam besprochenen Blutbildkontrollen wahr. Sie helfen damit, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und zu prüfen, ob Ihr Körper bereit für die nächste Therapiegabe ist.
  4. Hygiene:
    Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände mit Wasser und Seife. Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt mit Personen, die eine potenziell ansteckende Erkrankung wie einen Atemwegsinfekt haben. Tragen Sie eine Maske in überfüllten oder schlecht belüfteten Bereichen, um Ihr Infektionsrisiko zu verringern.
  5. Ernährung:
    Garen Sie Fleisch, Fisch und Eier immer gut durch und waschen Sie rohes Obst und Gemüse gründlich, um das Risiko einer Infektion zu verringern. Vermeiden Sie auch Milchprodukte aus Rohmilch (nicht pasteurisiert). Achten Sie darauf, dass alle Lebensmittel frisch und gut zubereitet sind, um die Aufnahme von Keimen zu minimieren.
  6. Verletzungen vermeiden: 
    Vermeiden Sie nach Möglichkeit Aktivitäten, bei denen es leicht zu Schnitten oder Verletzungen kommen kann, wie beispielsweise Gartenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten ohne geeignete Schutzhandschuhe. Solche Verletzungen können eine Eintrittspforte für Infektionen darstellen. Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und verwenden Sie eine weiche Zahnbürste, um Verletzungen des Zahnfleisches zu vermeiden und Entzündungen im Mundraum vorzubeugen.

Mit diesen Maßnahmen helfen Sie mit, Ihr Infektionsrisiko zu senken und die Behandlung sicherer zu gestalten. 

Unsere Bitte an Sie

Sollten Ihnen Entzündungszeichen auffallen (z. B. Fieber, Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Eiterbildung), nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. 

Falls Sie die Luscii-App nutzen, tragen Sie die Symptome auch dort ein. So können wir frühzeitig reagieren und einer Verschlechterung Ihres Zustands möglichst vorbeugen. 

Bei Fragen oder Anliegen sind wir jederzeit gerne für Sie da. Nutzen Sie dafür gerne unser Kontaktformular oder rufen Sie uns bei akuten Problemen direkt an.

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